„Sightseeing“ on Tour

Zwar meinte das Thermometer mal eben lauschige 10 Grad absacken zu müssen – gerade noch 11°C heute Morgen o.O – aber heute bin ich mal ein bisschen früher auf meine Zeitungstour los weil… Foto-Safari. Öhm…wus?!

Man könnte natürlich davon ausgehen, es sind nur Straßenzüge, wie es sie überall gibt. Häuserreihen, Briefkästen, Klingelschilder… mit und ohne Vorgärten… normal halt. Natürlich ist das auf meiner Tour nicht wirklich anders. Spektakuläres wird man auch hier vermissen. Aber gibt eben auch all die Kleinigkeiten, die man entweder überhaupt nicht sieht – weil eben von der Straße aus nicht ersichtlich – oder an denen man meist einfach achtlos vorbei geht. Kopf voll mit tausend Dingen… Na ja… und zugegeben, ich habe durchaus schon mal eine Ader die Dinger anders zu sehen. Manches fällt auch mir erst beim zweiten oder dritten Mal auf aber meist habe ich bei einem „Bild“ auch sofort eine gewisse Assoziation, die es wieder irgendwie besonders macht.

Jedenfalls dachte ich mir so: Warum nicht einfach mal ein paar Bildchen machen von den kleinen „Highlights“ meiner Tour – so wie ich sie sehe.
Ergo: Willkommen zu meiner kleinen Sightseeing-Tour.

Wir starten bei meinem „Uhrenfreak“. Die Bezeichnung habe ich tatsächlich von meinem Vorgänger auf der Tour übernommen. Damals ging das gute Stück allerdings gar nicht weil das Uhrwerk eingefroren war. Umso interessanter wurde es allerdings als ich dann im Frühjahr feststellen durfte, dass dieses Kleinod in seinem Garten tatsächlich voll funktionstüchtig ist und jede Stunde auch brav die Glocke schlägt. Na gut… sie geht ein wenig vor aber irgendwie freut es mich trotzdem immer sie zu hören wenn ich durch die Straße komme.
Die beiden Glocken außerhalb des Türmchens sind übrigens nicht angeschlossen. Ob sie überhaupt zu der Uhr gehören weiß ich gar nicht. Aber irgendwie hat das Ganze was ganz Besonderes.

 

 

 

 

 

Über diesen kleinen Freund wunderte ich mich doch die erste Zeit sehr. Es gab mir nämlich einige Rätsel auf, was das für ein doch recht lautes „Knacken“ ist, wenn man das Gartentor auf macht. JEDES Mal! Bis ich ihn entdeckte und nach ein paar Tagen auch dahinter kam, was er macht:
Er zählt jedes Mal mit, wenn das Gartentor geöffnet wird.
Ich habe keine Ahnung wozu das gut sein soll… aber wer will schon die Hobbies anderer hinterfragen? Heute war ich jedenfalls Gast Nr. 6905 (rein) und 6906 (raus).

Man kennt Efeu, man kennt wilden Wein, Rosen findet man heutzutage eher selten. So hoch dauert dann auch schon ein „paar Tage“. Witzigerweise bin ich eigentlich kein sonderlicher Freund von solchen Rosenbüschen an Hauswänden… Dachte ich zumindest immer… o.O
Solche Rosenbüsche haben in Hiltown aber tatsächlich auch so was wie eine gewisse Tradition. Im Hof der Dom-Abtei steht zum Beispiel ein Rosenstock, der sich an der Abteiwand hocharbeitet, der nachweislich mittlerweile über 1.000 Jahre alt ist. Allerdings ist das eine sog. Hundsrose, heute eher als Heckenrose bzw. Hagebutte bekannt. Und japp… den kann man sogar – gegen ein kleines Entgeld – besichtigen.

Ein Kleinod vergangener Bau-Epochen… Meist werden solche kleinen Meisterwerke ja gnadenlos entfernt. So ein Fenster entspricht ja garantiert nicht irgendwelcher modernen Normen in Sachen Energie-Bilanz und -Effizienz. Um so schöner, wenn so was dann doch erhalten wird. Zu Mal das Häuschen tatsächlich zu Beginn meiner Tour noch leer stand. Nun wird da fleißig gewerkelt und nach und nach wandelt sich das Bild des früher doch recht traurig-tristen Häuschens.

 

 

 

 

Vorgarten-Idyllen habe ich in der M.Street sozusagen am laufenden Meter. Das hat mich im Winter ehrlich noch wenig gekratzt aber jetzt, wo alles grünt und blüht entdecke immer wieder neue Dinge, die einfach interessant sind oder hübsch, putzig, verträumt… Damit könnte man allein schon eine Foto-Session veranstalten. Ich begnüge mich aber mit den zwei Dingen, über die ich mich – warum auch immer – jeden Tag aufs Neue freue.

 

 

Türe ist nicht gleich Türe. Die meisten sind aber einfach irgendwie nur eines: profan, simpel, langweilig. Man hat so was schon tausendfach gesehen, irgendwie, irgendwo, irgendwann. Diese hier ist zwar eigentlich auch schlicht und vom Stil her sicherlich schon fast eher altbacken zu nennen – feinstes 60er/70er würde ich fast tippen – aber die Verzierung ist dann doch schon sehr unique und fasziniert mich irgendwie. Das dazu gehörige Häuschen übrigens eigentlich auch, das so manches eher ungewohnte Element aufweist und einfach schnuckelig gemütlich wirkt. So gar nicht edel oder protzig, was man doch vermuten würde bei einem Äskulap-Emblem an der Tür…

 

 

Ein Ausblick…. Je nach Uhrzeit in unterschiedliche Farben getaucht. Heute im ersten Licht der Sonne, die langsam aber sicher hinter mir an den Horizont krabelt. Dieser Ausblick verbindet so ziemlich alles, was ich auf meiner Tour kenne: Alt neben neu, niedrig neben hoch und doch irgendwie alles zusammen passend. Und auf dem Dach des kleinen Häuschens links im Vordergrund findet sich noch ein kleines Gimmick über das ich immer wieder lächeln muss…

...nämlich er da.
Ein kleiner Schutzengel? Wer weiß… auf jeden Fall macht der kleine Gnom da oben doch irgendwie Laune. So ein bisschen schalkhaft erscheint er aber auch irgendwie ernsthaft bei der Sache. Bleibt zu hoffen, dass „er“ die Bewohnern des Häuschen auch irgendwie „schützen“ kann. Symbole haben ja meist doch irgendwie ihren Grund…

 

 

 

 

Noch ein eher „besonderes“ Fenster – aus der Nähe (sag noch einer meine Handy-Kamera wäre Müll! o.O ). Fensterläden alter Schule haben irgendwie was. Wenn ich ehrlich bin: Ich würde jederzeit Fensterläden den modernen Rollos vorziehen. Ich kann nicht mal sagen warum… ich mag die Dinger einfach.

 

Ich frage mich… Wie lange mag es wohl gedauert haben, bis dieser Efeu so weit war wie er heute ist. O.o Und was für eine unendliche Geduld muss wohl dahinter stecken den so in Form zu halten? Aber viel faszinierender ist eigentlich die „Masse“ gemessen an dem Anfang unten an der Hauswand. Efeu ist echt ein Teufelszeug irgendwie. Sympathisch.

 

Hach ja… die sozusagen „romantischsten Briefkästen“ auf der Tour.
Ein weiterer Rosenstock, japp. Der wiederum versöhnt mich immer wieder mit genau diesen Briefkästen. Das sind nämlich genau die, die gerne mal zugestellt werden mit Mülltonnen, Gelben Säcken… blubb. Der Rosenstrauch verhindert zwar dann auch immer, dass man sich irgendwie seitlich an die Kästen heran pirscht… aber ehrlich… ich mag ihn einfach.

Eine kleine Oase – leider schon länger als Baustelle deklariert. Der Platz gehört zu den Harzwasserwerken, die ebenfalls auf meiner Tour liegen. Früher funktionierten die beiden Brunnen sogar noch, was noch mal eine ganz andere Atmosphäre brachte. Der Platz wird sogar von Anwohnern und Spaziergängern durchaus genutzt. Wenn man Nachmittags da lang kommt, sieht man immer wieder mal Menschen dort sitzen und klönen. Vor ein paar Jahren konnte man auch kleinere Kinder in der Sommerhitze durch den größeren Springbrunnen laufen und springen sehen. Was naturgemäß nicht gerade besonders beschaulich oder leise von statten ging.

Die „holländische Reihe“ – wie ich sie nenne… Die linke Häuser-Reihe. Ich kann mich noch gut erinnern, schon ein paar Jahre her, als ich das erst Mal durch die B.Burg kam und diese Häuserreihe sah. Sie erinnerten mich irgendwie geradezu instant an alte Kindertage bei meinen Großeltern in den Niederlanden. Die Häuser dort sahen diesen sehr ähnlich. Aber mal davon ab finde ich die Häuser auch so irgendwie ansprechend, weichen sie doch deutlich vom „grauen Einheits-Stil“ der sonstigen Mietshäuser wohltuend ab. Erfreulicherweise werden die Häuser in meinem Tragebezirk generell von den jeweiligen Trägern gepflegt, was ja nun auch nicht unbedingt die Regel ist.

Rechts der Baum ist übrigens einer der ältesten Ahornbäume, den ich je gesehen habe, und Heimat so einiger Vogelpärchen. Fragt erst gar nicht was da oben morgens schon mal los sein kann, wenn sich mal wieder diverse gefiederte Nachbarn in die „Federn kriegen“ (Wolle haben sie ja nicht. ). Das wirklich schöne aber ist, dass man den Baum weitestgehend in Ruhe lässt. Er darf wachsen wie ihm ist und die Menschen, die Rund um herum leben, sind sogar ein wenig stolz auf „ihren“ Ahorn. Mit recht, würde ich sagen.

Mr. Trolley (mein Zeitungswagen) hat sich übrigens auch auf dem Bildchen „versteckt“. Nur so nebenbei.

Garagenkunst… sieht man heute auch nicht mehr all zu oft. Was allerdings nicht unbedingt ein Verlust ist. *hust* Bei so manchen Kunstwerken war ich durchaus schon mal geneigt zu fragen ob man eigentlich jeden malen lassen sollte, der denkt er könne es… öhm…
Aber das hier ist doch recht nett. Vor allem… so schön Black’n Grey. Größtenteils zumindest. *fg*

 

 

 

 

Alte Industrie mit neuem Charme.
Die einzige Fabrikhalle, die vom ehemaligen Phoenix-Werk übrig geblieben ist. Gerüchten zufolge soll sie auch erhalten bleiben. Was genau man damit noch anstellen will, darüber gibt es viele Meinungen aber nur wenig Informationen. Die reichen halt von weiteren Gewerberäumen bis zu Loft-ähnlichen Wohnungen. Beides kann ich mir gut vorstellen. Hauptsache, sie reißen es nicht doch noch ein. Weil irgendwie… hat es wirklich einen gewissen Charme.

Der Bach ist übrigens ein Nebenarm der Innerste – so heißt das Flüsschen, dass durch Hiltown fließt – und betrieb im Mittelalter noch eine Mühle „hinter mir“. Teile dieser Mühle wurden von Phoenix nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und stehen auch heute noch. Allerdings erkennt man da nicht mehr so wirklich die alte Mühle aus dem Mittelalter mehr. Aber immerhin gibt es auch eine hinweisende Inschrift am alten Torgebäude, welches ebenfalls stehen gelassen wurde. Soweit ich weiß steht das sogar unter Denkmalschutz… aber sicher weiß ich das nicht.
Links jedenfalls ist das Gebäude mit der alten Mühle. Rechts beherbergte mal die Werkstätten von Phoenix. Was heute drin ist kann man schlecht übersehen und ich sage euch: der Bringdienst schlägt alle Rekorde bei uns… weil: Bis zu unserer Haustür kann man da schon fast spucken. So um iwas um die 500, 600 Meter.
Schön finde ich an dem Ganzen einfach, dass das alte Aussehen erhalten blieb, trotz so einiger Umbauten und den neuen Türen und Treppe unten.

Der alte Schornstein von Phoenix. Der wurde übrigens tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt. Böse Zungen munkelten allerdings, dass es kostengünstiger gewesen wäre den stehen zu lassen als ihn auch noch abzureißen. Wie auch immer: heute ziert er eben den Platz des neuen Mini-Einkaufszentrum und obendrein ist das unser lokaler „Handymast“. War er auch früher schon. Wohl ein Grund mehr, das Teil stehen zu lassen. Mmh.. Ich mag ihn einfach. Alter Erinnerungen und so… Man weiß noch Dinge zu erzählen… damals, als es Phoenix noch gab… jajaja… *krückstock und hörrohr suchen geht*

…und DAS, liebe Freunde, ist unser ganz privater sonntäglicher Ruhestörer!
Die Michaelis-Kirche, ihres Zeichens evangelische Kirche, steht aber mit ihrem enervierenden Gebimmel den Katholiken sowas von in nichts nach… *hrms* Auch nach fast 14 Jahren könnte ich den Glockenturm Sonntags gerne mal sprengen! Besonders um die Weihnachtszeit und Ostern herum. Im Frühjahr und Sommer kommen dann noch die ganzen verrückten Heiratswütigen dazu… gnaaaaaaaa… Mal ganz abgesehen davon, dass das Teil einem alle viertel Stunde erzählt, was die Uhr geschlagen hat. Zur vollen Stunde nachts um 0:00 Uhr macht das besonderen Spaß: SECHZEHN Schläge… 16… 4 für die Viertel-Stunden, 12 für die Uhrzeit. DANKEEEEEE… *grummel*

Dabei steht der Morgens echt friedlich rum als ob ihn kein Wässerchen trüben könnte… O.o

Last but not least:
Mein ganz persönliches Highlight auf meiner allmorgendlichen Tour: Unsere Haustür!
Ist sie nicht hübsch? Glaubt mir… die wird morgens nach der Tour noch wesentlich hübscher. Denn dahinter wartet meine Wohnungstür und die Kaffeemaschine. Das allein ist doch schon mal einen Blick wert.

Tür und Haus wurden übrigens 1901 erbaut. Ist nun also auch schon gute 100 Jährchen alt. Derzeit kämpfen wir mit ein paar Pappnasen, denen alles egal zu sein scheint und die arme kleine Haustür immer zuschmeißen als gäbe es kein Morgen. Aber wir kämpfen tapfer für unser Türchen, damit es heile bleibt. Wollja!

Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Spaß bei dem heutigen Bilder-Ausflug.
Einen sonnigen Tag euch.

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